Die Anreise von Nong Khai mit dem TukTuk zur Grenze war unkompliziert. Unser erster Kontakt zur sozialistischen Volkrepublik Laos war das Anstellen zum Visum. Erst Antrag ausfuellen (Schalter 2), dann in die Schlange zum Schalter 1, dort den Antrag mit Passfoto und 30$ (Germany), 35$ (Austria) abgeben, anschliessend warten vor dem Schalter 3. Alle 5 bis 10 Minuten kommt dann Bewegung in die Menschentraube vor dem Schalter, wenn sich ein Tuerchen oefnnet und zwei bis drei Paesse samt wunderschoenen Visum ausgegeben werden. Nach etwa zwei Stunden hatten auch wir unser prachtvolles Visum im Pass.

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Mit dem Bus ging es dann weiter zum Morning Market, mit etwas Glueck erhaschten wir die besten Plaetze im Bus direkt neben dem Fahrer. Der erste Eindruck von Vientiane war dann nicht der Beste und ein wenig enttaeuschend fuer mich. Es wirkte zunaechst laut und nicht etwa gerade schoen. In Reisefuehrern als entspannteste Hauptstadt der Welt gepriesen, eroeffnete sich mir dann erst am naechsten Tag Vientane ihren wahrer Charme. Die Mischung aus franzoesischer und kommunistischer Architektur, Kabelsalat an Strommasten, coole Sundowner-Bars am Mekong zauberten ein vorher nicht wahrgenommenes Stadtbild. In welcher Hauptstadt kann man schon im Cafe im Zentrum gemuetlich am Sofa luemmeln oder einfach ein kuehles Bier am Boden sitzend geniessen und den Sonnenuntergang ueber dem Mekong betrachten. An diesem Tag fasste ich den Entschluss von nun an in jeder Stadt zumindest drei Tage zu bleiben, der erste Eindruck kann mich ganz schoen taueschen.

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Beeindruckend in Vientiane war der Besuch des COPE-Centers. Ein orthopaedisches Zentrum und Produktionsstaette fuer Prothesen zur Behandlung von Opfern, der noch allzu hauefigen Bombies. Laos wurde waehrend des Vietnamkrieges massiv von der US-Air Force bombadiert. Zwei Millionen Tonnen (Laos hat zwei Millionen Einwohner) fielen auf das Land und hinterliessen Tod und Zerstoerung. Noch immer sterben vor allem Kinder an nicht exlodierten Bombies, das sind etwa Tennisball grosse Sprengkoerper, die zu hunderten aus abgeworfenen Clusterbomben stroemten. Mit dem Grauen konfrontiert machte es mich richtig zornig, dass bewusst Bomben abgworfen werden, um Zivilisten und Kinder zu toeten und zu verstuemmeln. Wir wollten ein klein wenig helfen und kauften als Spende eine Beinprothese fuer eines der Opfer.

bombies

Am Ort des Wat That Luang soll Budha selbst schon gewesen sein. Interessiert folgten wir den Massen, die zur Stupa stroemten. Alle kauften Rauecherstaebchen und Kerzen als Opfergaben. Natuerlich hatten wir keine Ahnung was wir damit machen sollten, folgten aber zunaechst den vor allem asiatischen Besuchern. Selbst Andrea staunte, als ich einen jungen Moench ansprach, ob er uns nicht ein wenig die Zeremonie erklaeren koennte. Der Moench, vielleicht 14 Jahre alt war furchtbar nervoes. Aber zumindest soviel erfuhren wir, dass wir bevor wir Staebchen und Kerze vor der Budhastatue anzuenden die Stupa dreimal umrunden sollten. Wir opferten und ich wuenschte mir Erkenntnis und Erleuchtung, vielleicht fuer den Anfang doch ein weinig zu hoch gesteckte Ziele.

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Am naechsten Tag hatte sich Andrea vorgenommen ein wenig fuer Ihre bevorstehende Pruefung zu lernen. Ich liess «die Arme» bei einem coolen Drink an der «ungemuetlichen Strandbar» am Mekong zurueck und machte mich auf, etwas Kultur zu tanken. Ich wollte das budhistische und das Nationalmuseum besichtigen. Um 12:30 Uhr stand ich am Eingang des Museums, natuerlich ueber die Mittagszeit von 12.00 bis 13.00 Uhr geschlossen. Der Morgenmarkt lag ganz in der Naehe und so liess ich mich noch vorab von ein paar laotischen Leckerbissen inspierieren. Eine Schuessel voller 2 cm kleinen Froesche war ebenso dabei, wie 7 cm grosse Kakerlaken und rote schleimige Aale. Am Abend bestellte ich gemischtes Gemuese und blieb auch die naechsten zwei Tage beim vegetarischen Essen.

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Das laotische Nationalmuseum behandelt die Gsechichte von Laos von der Urzeit bis zur Gegenwart. Eines der Prachtstuecker der Ausstellung war der Expander des Parteigruenders der Laotischen Volkspartei sein, mit dem er sich fuer den Freiheitskampf fit gemacht haben soll. Die Ausstellung, vor allem ueber die juengere Geschichte, war recht interessant, die Exponate, vor allem Waffen, waren etwa mit Aufschriften, wie «Mit diesen Wafffen toeteten die amerikanischen Imperialisten und Ihre Vasallen laotische Buerger.“

geschrieben von Wolfgang

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