Mein „erstes Mal Harz“ führte mich nach Schierke. Es war ein verlängertes Wochenende. Fronleichnam, der erste November fiel auf einen Montag. Wolfgang und ich wollten irgendwo hin, um ein paar Gedanken zu sammeln. Wir lebten zu diesem Zeitpunkt etwa fünf Jahre in Braunschweig. Angekommen waren wir noch nicht. Den Harz als ein „Gebirge“ und als Ausflugsziel hatten wir bis dahin mit salzburgerischer Arroganz (ja, wir waren von Österreich nach Norddeutschland gezogen) ignoriert.

Schierke – das St. Moritz des Nordens?!

Bobby war gut ein Jahr alt und wir waren auf der Suche nach einer hundefreundlichen Pension. Die Wahl fiel auf Schierke im Harz. Das „St. Moritz des Nordens“, wie ich bei meiner Recherche herausfand. „Irgendwo zwischen Elend und Sorge“ sagten dagegen Freunde von mir, als ich von unserer geplanten Wochenendreise erzählte.

Das Wochenende war toll. Das Wetter für diese Jahreszeit grandios. Schierke feierte Halloween. Wir sortierten Gedanken. Wir tranken Schierker Feuerstein und kamen mit Leuten ins Gespräch. Die Pension war ein Glücksgriff. Wir bestiegen den Brocken. Der Harz hat uns gepackt. Mit dem Artikel über Schierke setzte ich meinen Blog auf „öffentlich“.

Bobbys erste Brockenbesteigung
300 Tage im Jahr ist der Brocken im Nebel. Wir hatten Glück und der Harz hat uns gepackt.

Ein Wochenende in Schierke – viel mehr als nur Brocken

Das ist jetzt fast zwei Jahre her. Viele Wanderungen habe ich im Harz seitdem unternommen, viele Orte dort kennengelernt. Dieses Jahr waren wir erneut für ein Wochenende in Schierke. Diesmal ging es nicht auf den Brocken. Wir durchquerten Hochmoore, Heidelandschaften und stiegen auf Granitfelsen, die wie aufgetürmt aus dem Wald herausragen. Ich stellte fest: Die Gegend zählt für mich zu den schönsten im Harz.

Schierke liegt südöstlich vom Brocken. Von hier aus führt der kürzeste Weg auf den höchsten Gipfel des Harzes. Hier ist die letzte Station der Harzer Schmalspurbahn, die von Wernigerode aus auf den Brocken dampft.

Der Apotheker empfiehlt … Schierker Feuerstein 😉

Was bei einer Tourenplanung in dieser Region sofort auffällt, sind die vielen Klippen: Leistenklippe, Feuersteinklippe, Bärenklippe, Zeterklippen, Ohrenklippen, Schnarcherklippen und noch viele mehr. Hinzu gesellen sich Orte wie Mausefalle, Höllenstieg, Urwaldstieg und Brockenkinder. Wir sind im sogenannten „Steinharz“. All das klingt spannend und das ist es auch.

Rund um Schierke – ein Wochenende voller Klippen, viel Elend und große Aussichten

Wir wollten es gemütlich angehen lassen. Unsere beiden Rundwanderungen waren nicht sehr lang und dennoch so dermaßen abwechslungsreich. Ich weiß nun, warum meine Liebe zum Harz hier ihren Anfang nahm.

Tour 1 (ca. 8 km): Rundwanderung von Schierke über Schnarcherklippen und Elend

Die Eckdaten: Von Schierke in südlicher Richtung zur Mäuseklippe und Schnarcherklippe, weiter nach Elend, dann durch das Elendstal zur Ruine Elendsburg, über Helenenruh und  Schloss Schierke zurück nach Schierke.

Mäuseklippe
Elendstal
Ruine Elendsburg … irgendwo hier …
Ausblick Helenenruh – das Wetter hätte besser sein können

Tour 2: Rundwanderung Oberharzer Klippenweg (ca. 12 km)

Die Eckdaten: Von Schierke geht es über den Bahnhof Schierke zum Trudenstein, weiter zur Bärenklippe und Leistenklippe, dann  zum Ahrensklint und über den Pfarrstieg und Kesselklippe zurück nach Schierke.

Trudenstein
Leistenklippe

Zu Fuß nach Schierke durch die Steinerne Renne

In unserem Hotel in Schierke trafen wir drei Jungs aus Berlin. Sie kamen zu Fuß von Wernigerode und wollten am nächsten Tag auf den Brocken und dann mit der Schmalspurbahn zurück. Ein sehr guter Plan, wie ich finde. Bis nach Schierke bin ich noch nie gegangen. Aber der erste Teil dieser Wanderung durch die Steinerne Renne bis zum Gasthof Steinerne Renne (ostalgischer Charme 😉 ) und weiter bis zum Ottofelsen gehört ebenfalls zu meinen Lieblingstouren.

Kleiner Renneweg
Aussicht von der Renneklippe
Ottofelsen
Ausblick auf Wernigerode

Brockenbesteigung über den Höllenstieg

Ein nicht so bekannter Weg auf den Brocken, der auch genau durch dieses Gebiet führt, ist im Wanderführer: „Vergessene Pfade im Harz“ von Richard Goedecke beschrieben. Vom Bahnhof Steinerne Renne (Wernigerode) geht es über den Höllenstieg auf den Brocken. Mit 22 km und einer Höhendifferenz von über 900 Metern eine der anstrengenderen Brockenbesteigungen, aber mit Sicherheit auch eine der schönsten. Ich habe den Eindruck, der Brocken ruft bald wieder!

(Nachtrag: Der Brocken hat tatsächlich gerufen 😉 Hier geht es zum Artikel: Einmal durch die Hölle auf den Brocken – aber bitte mit Rückfahrschein.)

Bahnhof Steinerne Renne: Wo bleibt der Zug? Oder müssen wir etwa zu Fuß gehen?

Zum Nachwandern: Ein Wochenende im Harz – meine Lieblingsklippen und Brocken inklusive

Tour 1: Rundwanderung von Schierke über Schnarcherklippen und Elend: Hier geht es zu meiner Komoot-Aufzeichnung dieser Tour: Stempelrunde Schierke mit Schnarcherklippen (Stempel der Harzer Wandernadel 14,20,21)

Tour 2: Rundwanderung Oberharzer Klippenweg: Diese Tour gibt es tatsächlich auf der Tourismus Seite von Schierke am Brocken nachzulesen. Noch ein Pluspunkt für Schierke. Die Webseite ist wirklich gelungen.  Ich bin die Tour ein klein wenig anders gegangen. Hier geht es zu Komoot: Stempelrunde Oberharzer Klippenweg (Stempel der Harzer Wandernadel 13,15,17)

Von Schierke auf den Brocken: Ebenfalls auf der Tourismusseite von Schierke am Brocken zu finden: Wanderziel Brocken.

Brocken im Winter: Hier geht es zu meinem Artikel.

Anwolf – Unterwegs am Oberharzer Klippenweg
Advertisements